Konsum von Alkohol, Drogen und Medikamenten

Das Fahren unter dem Einfluß sogenannter psychoaktiver Substanzen ist strafbar, sofern sie die Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Dieses betrifft sowohl die Volksdroge Alkohol als auch Drogen und bestimmte Medikamente. Die sogenannte "Trunkenheit im Verkehr" ist übrigens in fast allen Ländern der Welt verboten und strafbar oder wenigstens eine Ordnungswidrigkeit.

Paragraph 316 des StGB legt fest, dass "Wer im Verkehr [...] ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.”. Auch fahrlässige Taten werden bestraft, wobei es sich um ein sogenanntes abstraktes Gefährdungsdelikt handelt, es also unerheblich ist, ob es eine konkrete Gefährdung gab. Bestraft wird die gefährliche Handlung an sich.

Fahren unter Einfluss von Alkohol, Drogen, Medikamenten Auto

Ab wann mache ich mich beim Fahren unter Betäubungsmittleln strafbar?

Bei Fahrten unter Einfluss von Cannabis und Cannabisprodukten hat sich bei Gericht ein Wert von 1 ng/ml als definierte Grenze für die Fahrtüchtigkeit durchgesetzt. Andere Werte gelten für die Substanzen Morphin, BZE, MDMA, MDE und Amphetamin.

Wichtig: allein die Tatsache, dass ein Drogenkonsument gerötete Augen hat, ist für sich genommen nicht ausreichend. Übrigens kann bereits nach einer einzigen Fahrt unter Cannabiseinfluss die Fahrerlaubnis für längere Zeit eingezogen werden, wenn der Wert über 1 ng/ml liegt.

Dabei muss es nicht immer die Fahrt mit dem Auto sein. Auch wer mit einem Fahrrad, einem Pferdefuhrwerk oder beispielsweise einer Rikscha betrunken fährt, kann sich strafbar machen.

Etwa 20 % aller zugelassenen Medikamente können die Fahrtüchtigkeit negativ beeinflussen. So finden sich beispielsweise bei gut 10 % aller Unfallverursacher Benzodiazepine im Blut, teils kombiniert mit Alkohol oder Drogen. Neben den Medikamenten, die auf die Psyche wirken, können aber auch Schmerz- und Diabetes-Medikamente negativen Einfluss nehmen.

Ärzte und Apotheker sind übrigens verpflichtet, Patienten über Risiken bei der Fahrtüchtigkeit zu informieren. Mit Schmerzmitteln behandelnde Ärzte können einen sogenannten Opioid-Ausweis über die gesetzeskonforme Einnahme von verkehrs- und verschreibungsfähigen Betäubungsmitteln ausstellen.

Wichtig: die Neuerteilung der Fahrerlaubnis nach Entziehung wird in der Fahrerlaubnisverordnung für Alkohol und Drogen bzw. Medikamente getrennt behandelt. Der § 13 FeV betrifft die „Klärung von Eignungszweifeln bei Alkoholproblematik, der Paragraph 14 FeV die „Klärung von Eignungszweifeln in Hinblick auf Betäubungsmittel und Arzneimittel“. Diese unterschiedliche Betrachtungsweise ist unter Experten umstritten, da es sich in allen Fällen um Rauschmittel handeln kann.

Ich vertrete Sie gerne und kompetent im Verkehrsstrafrecht und kümmere mich um Ihre Anzeige wegen Fahrens unter dem Einfluss von Rauschmitteln wie Alkohol, Drogen oder Medikamenten.